In Niedersachsen leben nach Angaben des Landespflegeberichts rund 178.400 Menschen mit Demenz. Die meisten von ihnen leben in ihrem gewohnten Umfeld zu Hause. Hinter jeder Demenzerkrankung stehen deshalb nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch Angehörige und nahestehende Menschen, die einen Großteil der Betreuung und Pflege im privaten Haushalt übernehmen.
Die Alzheimer Gesellschaft Niedersachsen e.V. – Selbsthilfe Demenz schätzt, dass in Niedersachsen gerundet 267.600 Personen leben, die Menschen mit Demenz pflegen. Hier wird mit 1,5 Pflegepersonen pro betroffene Person gerechnet. Damit pflegt rechnerisch etwa 3 von 100 Niedersachsen einen Menschen mit Demenz. Es kann aber von einer deutlich höheren Anzahl ausgegangen werden, die sich um ihre Liebsten kümmern und diese begleiten.
Anlässlich des Tags der pflegenden Angehörigen am 8. September macht die Alzheimer Gesellschaft Niedersachsen e.V. – Selbsthilfe Demenz auf die besondere Situation dieser Menschen aufmerksam. Viele Angehörige übernehmen über Jahre hinweg Verantwortung, organisieren Arztbesuche, strukturieren den Alltag, leisten emotionale Unterstützung und sind häufig rund um die Uhr für die Betroffenen mit Demenz ansprechbar. Die Belastungen reichen dabei von körperlicher und psychischer Erschöpfung bis hin zu finanziellen und beruflichen Einschränkungen.
„Familien von Menschen mit Demenz leisten jeden Tag Enormes. Ohne ihr Engagement wäre die Versorgung vieler Betroffener zu Hause nicht möglich.“, sagt Dr. med. Konstantin Lekkos, Vorsitzender der Alzheimer Gesellschaft Niedersachsen e.V. – Selbsthilfe Demenz. „Die Diagnose betrifft deshalb nie nur eine Person, sondern immer das gesamte Umfeld. Umso wichtiger sind niedrigschwellige Entlastungs- und Unterstützungsangebote.“Die Alzheimer Gesellschaft Niedersachsen e.V. – Selbsthilfe Demenz vereint 24 Mitgliedsorganisationen im ganzen Land. Mit Angehörigengruppen, Beratungsangeboten, Gesprächskreisen, Schulungen und Betreuungsangeboten unterstützen diese Menschen mit Demenz und ihre Familien vor Ort. Ein Großteil dieser Arbeit wird ehrenamtlich geleistet.
„Pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz brauchen Anerkennung, aber vor allem konkrete Unterstützung“, betont Dr. med. Konstantin Lekkos. „Der Tag der pflegenden Angehörigen erinnert uns daran, dass Demenz eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist und dass diejenigen, die sich tagtäglich kümmern, nicht allein gelassen werden dürfen.“
Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten durch die Mitgliedsorganisationen vor Ort finden sich hier.
Hier geht es zu der Stellungnahme: Nein zur Pflegereform, die auf Kosten von Menschen mit Demenz und ihren An- und Zugehörigen geht.
Gemeinsam für ein würdevolles Leben mit Demenz – Unterstützung und Engagement für Betroffene, Angehörige und Fachkräfte.
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